Freitag, 19. Oktober 2007

Jobsuche Teil 2

Nach einigen Tagen war der Vorstellungstermin schließlich da und ich hatte mich kein bisschen darauf vorbereitet. Eine Stunde vor dem Termin erreichte mich meine Situation schließlich (faule Menschen sollten wissen was gemeint ist) und ich sah kurz im Internet nach wo ich überhaupt hinfahren musste. Angenehmerweise war der Laden gleich um die Ecke, was mich, wie ich fand, wieder ein Stück weiter in meine wohlige gesellschaftliche Niesche bestätigte.
Ich habe eben „Laden“ geschrieben, obwohl ich finde dass das doof klingt, weil ich versäumt hab zu erwähnen wie mein Arbeitsplatz eigentlich heißt, bzw. was er überhaupt ist: Er ist ein Callcenter, aber kein gewöhnliches natürlich! Nein, in einem gewöhnlichen Callcenter hatte ich schon mal 2 Tage (…) gearbeitet und ich fand es furchtbar. Das war so eine Lotto-Geschichte und ich musste Leuten was andrehen was ich aber nicht auf die Reihe gekriegt hab, weil ich mich so schlecht dabei fühlte. Das wollte ich nicht noch mal haben. Auf dieses Callcenter, die „Fundraising Gmbh“ bin ich angesprungen, weil in der Stellenanzeige stand, es würden „Leute mit Herz und Mundwerk am rechten Fleck“ gesucht und das hat mich zumindest neugierig gemacht. Genau das hab ich dann auch beim Vorstellungsgespräch gesagt und so… war es.
Im Endeffekt wurde ich angestellt. Die Arbeit dort besteht darin dass man potentielle oder ehemalige Spender im Namen diverser Hilfsorganisationen anruft und ihnen ein Spendenprogramm anbietet dass tatsächlich für alle beteiligten Vorteilhaft ist (soweit ich das beurteilen kann). Leider stand im Arbeitsvertrag, dass man nicht über die Menschen auf der Arbeit schreiben und das geschriebene veröffentlichen darf.

Ich möchte diesen Post mit was Lustigem schließen, darum erwähne ich noch einen peinlichen Versprecher aus einem meiner Gespräche: Ich beende eigentlich jedes Gespräch inzwischen mit „Auf Wiederhören“, was ich mir erstmal angewöhnen musste weil ich das etwas gestelzt finde. Jedenfalls hab ich einmal aus Versehen bei einem Gesprächsende „auf jeden Fall“ gesagt und erst dann realisiert was ich da gesagt hatte. Es entstand eine kurze unangenehme Stille und ich ging in Gedanken rasend schnell meine Möglichkeiten zur Rettung der Situation durch: „…Herr Kollege“, „…freue ich mich sie gesprochen zu haben“, „…möchte ich sie wiederhören“ – nichts schien gut genug. Die Frau antwortete schließlich mit einem extra vorsichtigem „Auf Wiederhören“ und legte auf...

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Jobsuche

Nach einer langen Zeit in der ich wenig gemacht hatte, was eigentlich nur eine Umschreibung dafür ist dass ich praktisch nichts gemacht habe, habe ich mir vor ca. einem Monat endlich einen Job gesucht. Man könnte es vielleicht auch so formulieren das der Job mich „gefunden“ hat da von Suche im Grunde nicht die Rede sein kann. Ich bin ein sehr fauler Mensch und es fällt mir schwer mich über längere Zeit auf Dinge wie Bewerbungen um ein Studium und Praktika- oder Jobsuche zu konzentrieren bzw. mich tatsächlich gewissenhaft darum zu kümmern. Diese Dinge scheinen den Platz in dem Feld mir zur Verfügung stehender Tätigkeiten eingenommen zu haben, den Jahrelang Hausaufgaben und Klausurvorbereitungen innehatten.

Eigentlich müsste ich es nun leichter haben, nun da sich meine Freizeit zu beinahe mühsam abzutragenden Bergen häuft (ich verkläre Freizeit zur Arbeit: so faul bin ich), doch mehr Freizeit scheint einfach nur mehr Raum für meine Faulheit zu lassen. Diese meine Faulheit wird mit der sich häufenden Zeit immer anspruchsvoller und muss mit immer neuen (nennen wir sie:) Antidingen gefüttert werden. Antidinge sind Tätigkeiten ohne Anspruch und vorzugsweise Tätigkeiten denen man parallel zu weiteren Antidingen frönen kann um die Antienergie zu bündeln. Filme gucken, Hörspiele hören, Gitarre Spielen, im Internet Surfen, Musik hören, Essen, Trinken, Rauchen – meine haupt-Antidinge. Bücher lesen und Schreiben ist für mich leider nur ein halbes Antiding, selbst dazu muss ich mich überwinden.

Wo war ich? Ach ja: Ich hab also einen Job gesucht und das lief so ab: Ich erwachte eines Morgens, sah besonders ernst in den Spiegel und erinnerte mich daran, dass ich was tun muss um aus meinem Leben was zu machen etc. Also ging ich sofort zum Kiosk um die Ecke, kaufte mir die neue Zitty und ein paar Zigaretten und fühlte mich großartig. Für den Rückweg nach Hause war ich ein Mann mit einer Mission (Jobsuche) und den nötigen Mitteln um diese Mission zu erfüllen. Ich kannte meinen Weg.
Zuhause schlug ich zum ersten und letzten Mal diese Ausgabe der Zitty auf und las die Stellenangebote. Ich fand nur eines das mir gefiel, markierte es und ließ die ganze Aktion eine Weile ruhen um zu sehen was es an dem Morgen so Neues im Internet für mich gab. Dann zog ich die aufgeschlagene Zitty wieder vor mich und obwohl ich mir dessen nicht bewusst war, bin ich mir sicher dass der Bereich in meinem Verstand der für Faulheit verantwortlich ist in diesem entscheidenden Moment die oben aufgeführte Liste an Antidingen durchgegangen ist um mich noch ein klein wenig länger vor ebenjenem entscheidenden Moment fernzuhalten. Ich beschloss mir erstmal einen Kaffee zu machen, den hatte ich mir verdient.
Nun konnte mich nichts mehr aufhalten, also nahm ich den Hörer, ich wählte die Nummer und ich hatte den Vorstellungstermin. Ein einziger Anruf und die Jobsuche war beendet.
Wie, fragte ich mich, soll ein so fauler Mensch wie ich je zum Fleiß bekehrt werden wenn ich von meinem Umfeld doch stets in diese behagliche gesellschaftliche Niesche des "Faulen" gewiesen werde?
Naja, in der Gewissheit etwas Gutes geschafft zu haben trank ich dann meinen Kaffee, rauchte eine Zigarette und hörte Musik.

Montag, 17. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 14 & Epilog

Tag 14

Am letzten Tag in Irland haben wir erstmal ausgeschlafen. Dann gemütlich geduscht. Wir hatten leider nichts zum Frühstücken also sind wir in die Stadt gelaufen um was zu kaufen. Wir hatten eine Karte die nicht ganz stimmte, doch mit seinem übermenschlichen Orientierungssinn hat uns Jan am Ende immer an die Orte gebracht zu denen wir wollten.

Tesco z.B. Wir sind zu Tesco um uns mit Dubliner Cheese einzudecken, den wir nach Deutschland importieren wollten. 6 Stück zum Sonderpreis. Somit blieb uns leider nur noch wenig Geld übrig, wir investierten die letzten 60 Cent in 2 Liter Orangenlimonade.

Ich kann mich noch genau an den Geschmack von dem Zeug erinnern, als wir draußen auf der Straße im Sonnenschein standen. Es war so unglaublich widerlich dass ich es beinahe ausgespuckt hätte. Nachdem auch Jan einen Schluck probiert hatte sahen wir uns an, in unseren Blicken eine Mischung aus Entsetzen und Einverständnis: Die ekligste Orangenlimonade überhaupt wird bei Tesco verkauft.

[Hallo aufmerksame(r) LeserIn, bestimmt fragst du dich grade, was eigentlich aus dem Schlüssel geworden ist den Mir Darragh an Tag 3 geliehen hatte (siehe Tag 4). Überraschende Wendung: Ich hab den Schlüssel aus versehen mitgehen lassen. Darragh meinte per Email dass das kein Problem sei und wir den Schlüssel einfach in Dublin abgeben sollten. Die einzigen Hinweise die wir für die Abgabe hatten: Ein Straßenname, ein Vorname und die Information das die Person in einem „Appartment-Building“ wohnte.

Wir sind nach Tesco also zu besagter Straße gelaufen und es war, wie befürchtet, irgendwie alles voller Appartment-Buildings. Nicht mal die Passanten konnten uns helfen. Wir sind also in irgendeins rein, haben da einen Portier gefragt ob er die Person mit dem Vornamen kenne, ihm auf sein Nicken hin den Schlüssel gegeben das Gebäude verlassen und uns gefühlt als hätten wir grad was falsch gemacht. Dann sind wir zurück zu „unserem“ Haus.]

Kurz bevor wir gehen mussten waren Cliff, seine Freundin (die auch sehr nett war) und Alex da. Gabriel hatte sich am Morgen verabschiedet. Wir unterhielten uns noch ein bisschen, zeigten uns gegenseitig Fotos und machten welche voneinander.

Cliff und seine Freundin, deren Name mir grad nicht einfällt.

Danach brachte mir Cliff noch bei wie man sich Zigaretten selbst dreht und schenkte mir seinen Tabak. Wir umarmten und verabschiedeten uns alle und dann sind Jan und ich zum Bus.

Der Bus verspätete sich so um 20 Min.
Als wir am Flughafen ankamen war es ca. 11 Uhr. Unser Flug ging erst um 6, darum zogen wir uns in eine ruhige Ecke zurück und schliefen da ein wenig.

Im Warteraum stellte sich ein Pärchen, das dadurch viele böse Blicke auf sich zog, eine Stunde zu früh an die Wartelinie. Daraufhin mussten alle hektisch von ihren Sitzen aufstehen und sich ebenfalls anstellen.
















Hier noch eine Karte von Jan, mit eingezeichneter Reiseroute & Schlafplätzen.



Epilog

Berlin.

Wir kommen auf dem Flughafen an als eine Durchsage erschallt: In Großbritannien sei die Maul -und Klauenseuche ausgebrochen, man Möge alle tierischen Lebensmittelprodukte am Flughafen entsorgen. Wir denken nicht daran unseren Dubliner aufzugeben.

Als wir in den Bus steigen eine bittere Erkenntnis: Wir haben nicht genug Geld. Eine Frau mit Mitleid gibt uns Geld, uns fehlt nur noch ein einziger Cent. Der Busfahrer regt sich tatsächlich weiter auf und besteht auf den letzten Cent. Die Frau gibt ihm schließlich seinen verfluchten Cent.

Auf dem Heimweg gehen wir noch mal zu Edeka denn wir haben Hunger, aber Edeka nimmt keine Visa.

Es fängt an in Strömen zu regnen.

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 13

Tag 13

Ich wachte auf in einem nassen Schlafsack, der aber zum Glück relativ warm war. Ich schälte mich aus dem nassen Schlafsack, suchte mir ein paar halbwegs trockene Sachen aus meinem Rucksack und zog mich um. Es war ein sehr kalter Morgen und ich lief zitternd durch die Gegend, während Jan sich bemühte aufzustehen.

Nach einer Weile haben wir bei Tesco gefrühstückt. Dann sind wir in die Bilbiothek (gleich nebenan) und haben uns eine Karte zur Straße nach Dublin besorgt. Wir mussten sehr weit laufen, was besonders wegen dem Straßenlärm etwas zermürbend war.

An der Hauptstraße suchten wir uns einen netten Fleck zum trampen und nach einem Weilchen nahm uns eine spirituell wirkende, dunkelhaarige Frau mit Silberblick mit. Ich saß vorne. Die Fahrt war anstrengend. Die seltsame Frau redete wirklich ohne Pause und steigerte sich fürchterlich in ihre Ansichten hinein.
z.B. belehrte sie mich was typisch irisch sei. Schöne Augen waren darunter (…). Dann verglich sie das mit ihrem Bild von Deutschen das sie uns unterbreitete:

„You Germans! You always have your head in the sand! We irish we have our head in the clouds… but you, you’re always rationalizing everything! You’re so sensible!”

Ich versuchte mein Gesicht möglichst ausdruckslos zu halten, während sie mir mit irrem Silberblick mein grundlegendes deutsches Wesen erklärte und dabei immer wieder in ein plötzliches, unkontrolliert wirkendes Lachen ausbrach. Ich hab versucht zu argumentieren aber das funktionierte nicht.

Hinzu kam dass sie uns an einer ziemlich ungünstigen Stelle zum Weitertrampen absetzte. Wir mussten dort lange warten und wurden rückfällig. Wir fingen wieder an ein Schild zu steinigen. Diesmal ein Temposchild. Die Steine wurden immer größer und bald gab es Extra-Punkte für Lautstärke des Aufpralls und Eleganz der Wurftechnik etc. Immer wenn Autos vorbeikamen versteckten wir die Steine hinterm Rücken und versuchten harmlos auszusehen.

Nachdem viele Steine das Temposchild gestreift hatten, hielt ein Trucker für uns. Ein echter, richtiger Trucker mit großer Windschutzscheibe. Das war wieder ne ganz nette Fahrt, der Trucker hatte viel zu erzählen und war sehr lustig. Am Stadtrand hat er uns raus gelassen, von da sind wir mit dem Bus gefahren und dann haben wir uns bis zur Adresse von Bevan’s Freunden durchgefragt.

Ein etwas konfuser & schüchterner Alex (der nur „Al“ genannt wurde) ließ uns rein. Wir kriegten ziemlich leckeren Kaffee gemacht und saßen auf dem Sofa rum, während Al nicht so wirklich wusste was er machen sollte, offensichtlich hatte ihm niemand was von uns gesagt. Nach einer Weile kam ein lustiger Typ namens Cliff, mit dem haben wir uns ein bisschen unterhalten und was geraucht.

Cliff konnte ziemlich gut Geschichten erzählen. Er ist so jemand der dann aufspringt und die lustigen Szenen nachstellt. Ich erinnere mich grad an eine von seinen Geschichten, über einen Klumpen Gras am Flughafen, der nur mit viel Glück nicht gefunden wurde als man ihn filzte. Als Cliff die erzählte war das unglaublich witzig.

Nach einer Weile kam auch Gabriel an, das war der Typ den Bevan angetextet hatte. Sah ein bisschen schräg aus. Großer Kopf, dünner Körper, große rote Beulen unter dem rechten Ohr den Hals hinunter und in einen feinen Anzug gehüllt. Er war Hotelmanager. Gabriel war lustig und ganz nett, aber oft ziemlich fies zu Al. Er hatte so einen running Gag, er sagte immer

„get outta here Al!“

wenn Al den Raum betrat und versuchte ständig uns dazu zu kriegen das auch zu sagen. In Zivil sah Gabriel gleich ganz anders aus: billiges Shirt, lockere Hose und Schlappen. Er erzählte uns von einer beeindruckenden Asientour von der er gerade zurückgekommen war, indem er mit dem Finger über die Weltkarte fuhr und die Namen der Länder murmelte auf die er zeigte.

Abends bekifften und betranken wir uns alle, Jan schlief auf dem Sofa ein und ich bin (im Rausch) noch mit Gabriel und Al zu Gwen, einer Freundin von Gabriel. Das war ein ganz lustiger Abend wir waren einfach nur bei Gwen und ihrem seltsamen Freund und ich konnte beobachten wie Gabriel versuchte Gwen zu beeindrucken und ihren Freund zu diffamieren. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass Gabriels Reise eigentlich eher ein Drogentrip gewesen war. Er erzählte auch ein paar lustige Geschichten über Abstürze während seines Jobs. Einmal unterhielt ich mich kurz mit Al, der ziemlich in Ordnung schien und mir erzählte dass er arbeitsloser Fotograf ist.

Danach sind wir wieder zurück zum Haus und ich bin gleich auf dem Boden (mit Isomatte & Decke) eingeschlafen.

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 12

Tag 12

Ich wachte als erster auf und war zu wach um weiter zu dösen. Jan war zu müde um aufzustehen, also plante ich einfach ein wenig durch die Gegend zu laufen. Sobald ich meinem Zelt entstieg, merkte ich dass sich Jan’s Isomatte außerhalb des Tarps aufgerollt hatte. Sie war tatsächlich durch den Survival-Bag unter Jan hinweg nach draußen geglitten und hatte ihn somit quasi vor der rutschigen Plastikfolie „isoliert“ (HA haha).

Ich bin ein wenig herumgelaufen, hab Musik gehört, gelesen, geschrieben und mich darüber aufgeregt dass die Pubs und Restaurants da erst um 10 Uhr aufmachten. Die ganze Zeit über schwirrten lästige Beißfliegen um mich herum, von denen ich einige auf die Seiten meines Tagebuchs „bannen“ konnte.

Nach einer Weile habe ich Jan aufgeweckt, wir packten und mussten nochmal über das Feld, das plötzlich voller Pferde war. Die Pferde kamen immer näher. An einer Stelle wurde es wirklich brenzlig, da stand Jan vor einer großen Pfütze und wollte da nicht durch während hinter mir ein großes, besonders aufdringlich Pferd immer näher kam. Im letzten Moment sprang Jan und das Pferd erreichte mich beinahe um Gott-weiß-was mit mir zu machen und dann sprang auch ich und wir entkamen den Pferden.

Sobald wir im "Stadtzentrum" (Pub) waren, bestand ich darauf im Pub zu frühstücken. Der unterdrückte Tourist in meiner Brust tobte an diesem Morgen und verlangte nach einem „Irish Breakfast“. Was ich mir dann bestellte war: Zwei Scheiben roher Toast mit gebratener Wurst, Speck, Ei und Ketchup für 3,50 €.

Als Jan mein „Irish Breakfast“ sah lachte er unverhohlen, legte sich ein gewaltiges Baguette daneben das er sich für 1 Euro gekauft hatte und bestrich es feixend mit Butter und Marmelade. Es schien ihn aufzumuntern mich essenstechnisch ausgestochen zu haben. Ich hab mir noch einen Kaffee mit gelbem Wasser gemacht und dann wollten wir weitertrampen.

Wir standen schon wieder an der gleichen Stelle: Ich am Shop, Jan 20 Meter entfernt. Nach einer Weile kam auch tatsächlich wieder die Shopbesitzerin und bot mir ein Schild an. Ich hörte Jan hinter uns auflachen und erklärte ihr diesmal warum Schilder nicht so toll sind. Sie meinte dann, dass sie erst gestern zwei jungen Trampern ein Schild gegeben habe und sie sofort mitgenommen wurden. Ich glaube sie sprach von uns, was ich ein wenig seltsam fand.

Wir haben wieder eewig gewartet an der Stelle. Weit über zwei Stunden. Dann hielt eine Frau an und zwar für Jan der hinter mir stand! Welch ein triumphaler Morgen für Jan.

Auf Jan’s Anfrage nahm die Frau dann auch mich mit, ich habe mich nicht getraut zu fragen warum sie an mir vorbeigefahren ist. Naja, im Auto haben wir uns dann ganz nett unterhalten. Selbstverständlich war sie mir trotzdem unsympathisch. Sie hat uns jedoch bis nach Charlestown gebracht was ich ihr wieder hoch anrechnete, das war gut.

In Charlestown haben wir uns auf einer Bank ausgeruht, auf der Jan einen weiteren, etwas unspektakuläreren Flashback in die Vergangenheit erfuhr. Er hatte da tatsächlich letztes Jahr mal gesessen. Das Schicksal geht schon seltsame Wege.

Charlestown war eigentlich nur eine Kreuzung mit zwei Shops, also sind wir gleich weiter getrampt. Wir haben uns wieder gesplittet und diesmal hatte ich Glück, ha!

Bereits nach 5 Minuten hielt ein netter, junger Typ mit Militärhaarschnitt der nach Longford fuhr und nur für eine weitere Person Platz im Auto hatte (heimliche Genugtuung). Ich war mir erstmal nicht so sicher wegen dem Haarschnitt, aber der Typ war ziemlich nett. Er war Pilot, ziemlich viel unterwegs und wir haben uns fast die ganze Fahrt über unterhalten. Er hat mir sogar ne Kippe spendiert.

Nach ca. 1 Stunde fahrt war ich dann in Longford und hab ne sms von Jan gekriegt in der es hieß, er würde es nicht ganz bis zum vereinbarten Zeitpunkt schaffen, also bin ich schon mal zu Tesco. Nach einer Weile habe ich Jan in Tesco getroffen und wir haben uns mit Essen eingedeckt. Es gab da grade Dubliner Cheese im angebot, das ist so ziemlich der leckerste Käse Irlands, also haben wir zugeschlagen.

Nach Tesco machten wir uns auf die Suche nach einem Spot. Leider gab es in Longford kein gutes Gelände, wir sind dann einfach durch den örtlichen Park und haben ein paar Leute nach einer guten Stelle zum Campen gefragt. Ein älteres Pärchen meinte sie seihen sich sicher es wäre OK eine Nacht im Park zu campen. Wir hielten das für eine gute Idee schlugen unser Zelt unter einer Baumgruppe auf, was wir ebenfalls für eine gute Idee hielten, und joggten dann ein wenig im Park herum.

Bald wurde es Abend und wir machten uns… Nudeln… und spannten mein Zelt auf. Wir fanden im Park keine Stöcker, aber es gab einige Hütchen, die für das Tarp wie geschaffen waren.

Das Mückennetz das da liegt hat Jan schließlich doch nicht benutzt.

Im Hintergrund sind die Bäume leicht zu sehen.

Da uns ein letzter Hering fehlte benutzten wir außerdem eine Gabel als Hering, was wir in dem Moment so lustig und originell fanden, dass wir sie gleich mehrfach fotografierten.















Das Schönste der vielen Bilder.

Als wir unser Lager schließlich aufgebaut hatten machten wir uns schlafbereit. Wir waren total begeistert von der Stelle und den Hütchen und den Bäumen und schliefen seelig ein… schliefen… schliefen… bis es ein wenig anfing zu regnen:

*reisel riesel*

Keein Problem… klingt angenehm. Gleichmäßig.. einschläfernd… die Bäume schützen uns…

Doch als der Regen immer stärker wurde und es begann durch die Baumkronen zu regnen, fielen lauter dicke Tropfen auf unser Zelt/Tarp (=Zarp?), die sich vermutlich an den Blättern sammelten und daher im unregelmäßigen Rhythmus und unglaublich laut auf die Zarpdecke niedertrommelten.

*tap…TAPtaptap..tapTAP..tap..TAPtapTAPTAP…TAPtapTAP*

Es war grauenhaft. Unmöglich einzuschlafen.
Nach einer Weile spürte ich eine kalte Nässe im Rücken.
Es hatte durch die Zeltdecke geregnet.

oh nein…

Ich versuchte mich so in den Schlafsack zu legen dass ich möglichst wenig von der Nässe spüren würde.
Ich war lange wach und litt leise.
Irgendwann muss ich eingeschlafen sein.

Mittwoch, 12. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 11

Tag 11

Der Morgen bei dem jungen glücklichen Pärchen war sehr angenehm. Wir konnten bequem ausschlafen und ich hatte keinen Kater von dem vielen Whisky. Das war toll.

In dem Zimmer haben wir übernachtet, das Zimmer mit dem Buddha und dem schrägen Gemälde.

Wir haben uns Zeit mit dem Aufstehen gelassen, entspannt geduscht und dann gefrühstückt. Bevan & Vanessa boten uns Vollkornbrot (Rarität in Irland!), Butter(!), guten Dubliner Cheese und Haferbrei mit Früchten an & wir haben alles ganz, ganz oft abgelehnt wie sich das gehört und am Ende dann am meisten gegessen.

Ich weiß noch genau, dass mich Rowan an diesem Morgen ständig mit geradezu verletzend misstrauischen Blicken taxiert hat. Beinahe bösartig. Ich hab mich plötzlich sehr unwohl und durchschaut gefühlt. Bevan merkte das und versuchte Rowan zum Lachen zu bringen, aber Rowan ließ nicht von mir ab und ich konnte auch nicht wegsehen. Ich hab mir dann ernsthaft Sorgen gemacht, was ich wohl an mir haben müsste das ein zwei Monate altes Baby so misstrauisch macht.

Wir haben natürlich abgespült und alles, das haben wir immer gemacht (steht sogar in Jan’s Couchsurfing-Profil). Als wir schließlich alles gepackt hatten meinten die beiden wir könnten nun entweder mit ihnen nach Letterfrack fahren, da sie was kaufen mussten, oder noch ein wenig im Haus bleiben und entspannen. Die Versuchung war groß, aber die beiden waren einfach so unfassbar nett, dass wir es ihnen nicht zutrauten uns ehrlich zu sagen falls wir ihnen auf die Nerven gingen, also entschieden wir uns zu gehen. Wir wollten ja auch in Bewegung bleiben. Natürlich konnten wir diesmal nicht gehen ohne ein Foto von den beiden und Rowan zu machen.

Hat ihre liebenswürdigen Persönlichkeiten sehr gut eingefangen finde ich.

Das Haus mit den Herzchen & Jan mit lustiger Frisur.

Wir sind wieder zu fünft ins Auto und fuhren nach Letterfrack. Genau in dem Moment als wir einparkten fasste ich mir an die Nase und merkte, dass ich meine Brille vergessen hatte. Also sind wir noch mal zurück, ich hab die Brille geholt, das Pärchen reagierte mit übermenschlicher Geduld und wir sind wieder nach Letterfrack. Dort haben wir uns sehr nett von den beiden verabschiedet.

Ab dem Punkt ging es wieder ein wenig abwärts. Wir wollten weitertrampen an einen schönen Ort im Norden namens Killeen, leider hat aber kaum jemand für uns gehalten. Dadurch hatten wir viel Zeit zum singen und quatschen und ich habe immer mal wieder „Hallelujah“ angestimmt. Jan kannte dass Lied nicht. An der Stelle wo es heißt „the minor fall, the major lift“ hat er immer „the Major lives!“ mitgesungen was ich ziemlich lustig fand. Er meinte er dachte das wäre irgendeine seltsame Metapher. Irgendwann begann Jan auf die Melodie seinen eigenen Text zu singen. Das verselbstständigte sich und wir fingen an zum Zeitvertreib neue Strophen zu entwickeln:

“I heard there was a secret car
That David drove and he drove it far
But you don’t really care for hitching, do ya?
Well it goes like this you clench your fist
You spread your thump and you get a lift
And on your Lift you feel like Hallelujah

Hallelujah…”
etc.

Wir hatten uns übrigens wieder ein wenig gesplittet, standen aber bloß 20 Meter voneinander entfernt (kein Platz). Ich stand vor einem Shop aus dem nach einer Weile die Besitzerin kam und mir anbot ein Schild für mich zu machen.

Nach Jan’s Erfahrung bringen Schilder meistens nichts, da die meisten Leute sie als Entschuldigung sehen nicht anhalten zu müssen. Sie denken sich dann dass sie ja nicht bis zu dem gewünschten Ort durchfahren und man deshalb vermutlich eh nicht mit will. Es gibt noch eine eherne Regel beim Trampen und die lautet: niemals bettelnd wirken, also kein Hundeblick, keine Elendsmiene, keine Bitte-Bitte Gesten.

Auf dem Schild dass mir die Verkäuferin raus gab stand: Killeen PLEASE!

Das „Please“ hatte sie tatsächlich dreifach unterstrichen und mit seltsamen bunten Schnörkeln versehen. Ich hab das Schild unter den freundlichen Blicken der Frau angenommen und versucht es so zu halten dass das PLEASE! nicht zu sehen war.

Nach einer Weile hat ein recht junger irischer Volksmusiker (Querflötist) für uns gehalten. Der war wirklich nett, lustig & quirlig. Er konnte uns leider nicht bis Killeen mitnehmen und hat uns dann in „Leenaun“ abgesetzt.

Leenaun war schrecklich. Es hat ununterbrochen geregnet. Es gab tatsächlich bloß einen einzigen Fleck Sonne der sich gut sichtbar, aber unerreichbar über die ferne Landschaft bewegt hat. Als hätte der da Oben mal wieder seinen Spaß mit uns.

Es fing also an zu Regnen und dann kam auch noch Nebel und wir haben uns erstmal untergestellt und ein paar deprimierende Fotos von Leenaun gemacht.

Leenaun.

Ich mit einer ekligen Orangenlimonade.

Jan, sitzend.

Wir wollten da wieder weg und nach Killeen nahm uns keiner mit. Also sind wir zurück nach Letterfrack getrampt, mit einem französischen Pärchen. Die haben uns sogar gleich zu dem Hostel gefahren, wo wir ursprünglich in Letterfrack hinwollten.

Wir sind ins Hostel rein und fragten nach Plätzen, wir durften aber bloß für 5 Euro (!) pro Person unser Zelt im Garten aufschlagen und die Toiletten im Hostel benutzen. Das war ein schlechter Witz, also haben wir uns zu Jan’s Spot aufgemacht. Um dahin zu gelangen musste man über eine Absperrung klettern und dann durch ein Feld voller… Achtung… gleich… Pferde! Und Schlammpfützen noch dazu. War alles komplett versumpft. Zum Glück standen uns die Pferde nicht im Weg darum mussten wir bloß durch den Sumpf waten (ich übertreibe).

Jan’s Spot sah tatsächlich ganz nett aus. Eine gut geschützter, grüner Spot mit einem Baum wie der am Strand mit den Asseln. War sehr hübsch.

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten beschloss Jan in den Letterfracker Nationalpark einzubrechen. Er hatte ja schon mal hier gecampt und kannte einen geheimen Eingang. Ich zögerte erst und wollte dann auch mit. Wir stülpten uns so kleine Brötchen-Plastiktüten, die wir uns immer bei Tesco mitgenommen hatten, über die Schuhe damit sie nicht zuu nass wurden und wanderten los. Zuerst sind wir durch einen kleineren Zaun geschlüpft und mussten dann durch ein sehr seltsames, relativ steiles Feld.

Es war windig da.

Und schön.

Durch das hohe Gras konnte man den Boden nicht sehen, der sehr löchrig war. Man rutschte ständig mit einem Fuß in eins dieser Löcher, daher kamen wir nur langsam voran. Jan fand einen Eingang in den Nationalpark, wieder ein läuternder Dornenpfad, und auf der anderen Seite zogen wir dann die nutzlosen Reste der Plastiktüten von unseren Schuhen.

Im Nationalpark gab es einen Berg den wir nun besteigen wollten. Da kann man nicht so viel drüber schreiben denke ich. War eine recht meditative Erfahrung. Es war extrem windig und es wurde nach oben hin immer windiger und kälter. Naja ich lass die Bilder mal lieber für sich sprechen:

Jan vor dem Berg.

Ich mit Wind im Gesicht.

Aussicht am Fuß des Berges.

Jan und ich mit noch mehr Wind im Gesicht. Mir fällt gerade auf, dass sich Jans Gesicht im Wind entspannt während meins zur Grimasse wird.














Ich am Gipfel mit Sieger-Kippe. Da war auf einmal viel weniger Wind.

Der Abstieg.

Aus diesem Bach haben wir uns auf dem Rückweg unser Wasser geholt.

Gelbes Wasser… Das Wasser in Clifden war aber noch einen Tick gelber.

Danach sind wir wieder den ganzen Weg zurück zum Lager und haben uns Nudeln gekocht. Als es uns an einer guten Sitzunterlage mangelte entschieden wir, dass es endlich Zeit war unseren Survival-Bag zu gebrauchen. Wir waren lange genug gereist ohne ihn zu benutzen, einfach nur die Sicherheit genießend, im Notfall doch noch einen Survival-Bag zu haben. Jan entschied ihn diese Nacht als Unterlage zu verwenden

Wir haben uns also drauf gesetzt und merkten dann, dass das Teil extrem rutschig war. Der Gedanke daran was das diese Nacht für Jan bedeuten konnte war lustig. Wir haben uns vorgestellt wie Jan nachts, während es draußen regnete langsam unter seinem Tarp hervor ins freie gleiten würde.

Zu Essen gab es Nudeln in Rotweinsauce. Wir wollten die Gaskartusche, die fasst leer war, aufbrauchen und haben uns damit ein kleines Feuer gemacht.







Es war nass da.

Sonntag, 9. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 10

Tag 10

Der nächste Morgen war so richtig sch…lecht.

Ich wurde geweckt von Jan’s Schmerzensschreien. Ich merkte, dass es regnete. Durch den Regen hatten sich lauter Beißfliegen unter Jan’s Tarp versammelt. Seit drei Stunden hatte es geregnet. Jan wusste das, weil er seit drei Stunden von diesen wirklich unfassbar vielen Beißfliegen gefoltert wurde.

Besagte Beißliegen sehen für das ungeschulte Auge aus wie ganz normale Fruchtfliegen, aber wehe Jemand lacht an dieser Stelle! Die Viecher waren wirklich gefährlich. Sie waren total aggressiv und Jan hatte bestimmt über hundert unter seinem Tarp versammelt. Die Bisse waren klein und schmerzhaft und sie juckten und brannten.

3 Stunden.
Ich kann die Schreie noch hören.
Für Jan war das auf jeden Fall der schlimmste Morgen überhaupt. Früh morgens neben einem Haufen Scheiße liegend, von über hundert winzigen, beißenden Fruchtfliegen geweckt zu werden, die dich ohne Pause foltern während du nicht fliehen kannst weil es draußen in Strömen regnet – das ist die Hölle.

Nach einer Weile hörte es auf zu regnen und wir sind sofort da weg, gleich zum nächsten Supermarkt und dann: essen, essen, essen! Den Stress und den Schmerz wegessen. Sich einfach nur besinnungslos essen.

Im Supermarkt haben wir uns Käse, Brot, Schinken und Orangensaft geholt und wollten essen, doch als wir raus gekommen sind hat es angefangen so richtig zu regnen. Wir haben auf dem Weg zurück zum Lager eine halbwegs geschützte Stelle gefunden, bei der es aber leicht durchgeregnet hat. Es haben sich immer so dicke Tropfen angesammelt, die einem dann gezielt in den Nacken gefallen sind. Ein richtig ekliger Morgen.

Während einer Regenpause haben wir dann unser Lager abgebaut und dabei die Scheiße entdeckt. Der Regen hatte sie so weit aufschwemmen lassen dass sie nun gut sichtbar war. Und einer der Heringe von Jan’s Tarp lag mittendrin. Jan hat den Hering dann abgewaschen, was ihn sichtliche Überwindung kostete, doch gegen eine ganzen Nacht neben einem Haufen Scheiße war das wahrscheinlich nichts.

Der Spot… Wenn man genau hinsieht, entdeckt man unten rechts im Bild einen braunen Fleck im Gras. Das ist die Scheiße.

Nach dem Abbauen haben wir uns so schnell es ging unter einen Unterstand beim Supermarkt verkrochen. Da war ne Bank. Wir haben uns hingesetzt und mit dem gelben Wasser Kaffee gekocht. Der Kaffe sah aus wie mit Safran versetzt, schmeckte aber ganz in Ordnung. Wir mussten da ne ganze Weile rumsitzen, da es nicht aufhörte zu regnen.

Da waren zwei hyperaktive, kleine Kinder, denen ihre Eltern große Plastikbälle mit einer Gummischnur an den Kragen geheftet hatten. War ein wirklich seltsamer Anblick. Die Kinder schienen unfähig aufzuhören die Bälle zu treten. Das ältere der beiden Kinder hatte es irgendwann richtig drauf und trat immer selbstbewusster und energischer auf den Ball ein. Das kleinere Kind war weniger geübt. Ihm sprang der Ball ständig gegen den Kopf wie um es zu strafen, was es aber nur noch verbissener machte.

Schien eine gute Methode zu sein die Kinder außer Gefecht zu setzen, und passiv zu erziehen oder so. Sobald die Eltern wiederkamen und den Kindern die Bälle von den Jacken knipsten, fingen sie sofort an laut zu werden und Forderungen zu stellen, als wäre ein Bann gebrochen. Während sie mit den Bällen beschäftigt gewesen waren hatten sie kein Wort gesagt.

Nach viieel Regen sind wir schließlich irgendwann an die Straße nach Letterfrac gegangen. In Letterfrac gab es ein ganz nettes Hostel das Jan kannte, aber eigentlich wollten wir zu einem tollen Spot den Jan während seinem letzten Irlandurlaub entdeckt hatte.

[Aufmerksame Leser werden hier zum zweiten Mal innehalten und bemerken, dass Jan und ich durch unsere Reiseroute heftig an einem unserer 7 Grundpfeiler für die Reise rüttelten. Wir wollten ja eigentlich die Orte vermeiden die Jan schon kannte, aber nach diesem Morgen hatten wir ein zu großes Bedürfnis nach ein wenig Sicherheit was unseren Schlafplatz anging.]

Beinahe sofort hat ein sehr nettes, junges Pärchen mit einem Baby für uns gehalten. Wir hatten Zweifel ob wir ins Auto passen mit dem ganzen Gepäck und dem Baby, aber die beiden wollten uns nicht stehen lassen und haben uns geholfen bis wir drin waren, ich vorne mit Jan’s Rucksack auf dem Schoß, Jan hinten mit dem Mann und dem Baby.

Die beiden waren sehr nett, besonders der Mann war kommunikativ. Hat uns lauter Fragen gestellt und wir haben begeistert all unsere Geschichten erzählt. Nur dass wir morgens in Scheiße aufgewacht sind haben wir verschwiegen. Dachten das würde uns nicht besonders attraktiv machen als Tramper.

Rückblickend bin ich wirklich froh dass wir so weitsichtig waren, denn als wir das Gespräch auf Couchsurfing lenkten und erwähnten, dass wir noch keinen Platz zum schlafen hatten und all unsere Sachen komplett nass waren (was wir in dem Moment nur erzählt haben um abenteuerlich und verwegen zu wirken), haben sie uns tatsächlich angeboten bei ihnen zu Hause zu übernachten.

Sie haben erstmal bei einem Pub in Letterfrac halt gemacht und gemeint, wir könnten uns das Angebot überlegen und zu ihnen ins Pub kommen wenn wir mitwollten. Sie hießen Bevan und Vanessa und ihr kleiner Sohn hieß Rowan. Wir haben es uns also überlegt und waren ein klein wenig misstrauisch bei so viel Güte & Nettigkeit. Die beiden waren wirklich unglaublich nett. Auf eine beinahe einschüchternde Art, eine Art die einen still und nervös werden ließ und dazu brachte, dass man sich genau überlegte was man als nächstes sagte. Wir dachten sie wären vielleicht in einer Art Sekte...

Wir sind also zu ihnen ins Pub und sie haben uns, unseren Protest ignorierend, ein Pint Guiness spendiert (weil wir sie in einer Art Kompromiss auf ein Pint runtergehandelt hatten, zuerst waren es zwei Pints und was zu Essen). Wir haben uns dann ein wenig unterhalten und ihnen schließlich mitgeteilt dass wir sehr gern bei ihnen übernachten würden, falls es nur kein Problem sei und es keine Umstände mache etc.

Sie haben uns schließlich zu ihrem Haus gefahren, das unweit vom Strand lag und rote Fensterläden mit herzförmigen Löchern hatte. Als wir das Haus betraten, war das erste was wir sahen ein Jesus-Bild im Eingangsbereich, da haben wir uns kurz sorgen gemacht. Dann kam ein Zimmer mit Buddhastatue und abstrakten Bilden, nun wussten wir nicht ob wir erleichtert oder noch besorgter sein sollten.

Nach einer kurzen weile bot mir Bevan an mit ihm vor der Tür eine zu rauchen,

"Say Kuai, would you like to have a smoke outside?"

und wir haben uns dabei ein wenig unterhalten. Bevan und Vanessa waren erst vor zwei Wochen in das Haus gezogen. Die Einrichtung war Teilweise noch von den Vorbesitzern(pink & neonfarbene Wände, Herzen etc.). Bevan war nicht religiös, Das Jesusbild gehörte wohl zum Haus, die Buddhastaue gehörte Vanessa, die Yogalehrerin war, und das abstrakte Bild war von einem Freund gemalt worden.

Wir haben uns gleich viel wohler gefühlt. Als ich meinte mir wäre kalt (mir war tatsächlich kalt), hat Bevan mir einen lustigen großen Schafswollpulli gegeben.














Ich mit Kippe, Wein & Schafswollpulli im Eingangsbereich des Hauses.

Wir haben dann „Curry“ gegessen, was sehr lecker war. Sogar einen Wein haben sie für uns entcorkt!

Die Küche.

Der Wohnzimmerkamin (das Wohnzimmer hatten Vanessa & Bevan bereits selbst eingerichtet, war sehr gemütlich)

Nach dem Essen brachte Vanessa Rowan ins Bett. Bevan setzte sich noch mit uns an den Kamin, wo wir geraucht und uns unterhalten haben. Über sein Berufsfeld Archäologie (Er summte Rowan manchmal die Indiana Jones Titelmelodie zu), gute Filme, gute Musik, Terry Pratchett, Studium und Familienglück.

Er entpuppte sich als ein unheimlich netter Typ mit einem sehr trockenen Humor. Zu seiner sehr netten und gewählten Ausdrucksweise meinte er, dass er sich die angewöhnt habe seit er mit Rowan spricht.
Er erzählte dass er realisiert habe dass seine Ausdrucksweise für andere etwas seltsam klinge, als er, als einem Freund der ihn besucht hatte etwas zu Essen auf den Boden gefallen war,

„Oopsie!“

gesagt und der Freund ihn mit hochgezogenen Augenbrauen angesehen habe. Nach einer weile zückte Bevan einen guten alten Whisky den er von seinem Vater geschenkt bekommen hatte

"Say, Kuai, would you like a glass of Whisky?"

und wir haben noch zusammen getrunken. Als wir ihm erzählten, dass wir bald nach Dublin mussten und da noch keine Bleibe hatten, bot er uns an einige Freunde dort zu fragen ob wir bei ihnen übernachten könnten. Wir waren angemessen begeistert.

Das war wirklich der mit Abstand beste Abend der Reise, da sind Jan und ich uns einig. Und das gleich nach dem schlechtesten Morgen.

Samstag, 8. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 9

Tag 9

Die Nacht war angenehm und trocken. Morgens hat die Sonne geschienen, in der Ferne war aber wieder so ne Wolkenfront zu sehen. Also sind wir schnell mit unseren nassen Sachen (die Rucksäcke waren vom Regen durchnässt worden) an einen Holzzaun auf dem Footballfeld und haben sie aufgehängt.

Die Sachen

Danach haben wir gefrühstückt.

Das Frühstück

Und die Sachen wieder auf einem anderen Zaun aufgehängt.














Die Sachen auf dem anderen Zaun.

Was für ein Morgen! Dann sind wir weiter getrampt und uns haben zwei lustige Autonome mitgenommen, die extrem viel geraucht haben. Die haben uns bis nach Galway gebracht.

In Galway haben wir dann bei Tesco wieder das bewährte Avocado-Frühstück gefrühstückt, wobei uns jedoch Salz und Pfeffer ausgegangen sind – herber Rückschlag!

Wir wollten gleich wieder aus Galway raus und nach Clifden. Jan hatte die fixe Idee sich zu splitten, also getrennt zu trampen. Ich war was das angeht erstmal unsicher, wir haben’s dann aber einfach probiert. Jan ist weiter die Straße runter ich bin stehen geblieben.

Nach ca. 10 Min. hielt ein rotes Auto mit lauter jugendlichen bei mir. Ich bin dankbar grinsend auf sie zu und dann sind sie johlend und mit quietschenden reifen in eine Einfahrt gefahren. Es war dummerweise die Falsche Einfahrt. Sie haben da ne Weile ausgeharrt. Ich konnte sie ziemlich gut sehen & ich glaube das haben sie gemerkt. Nach so 20 Min. sind sie wieder aus der einfahrt raus und weiter die Autobahn lang. Made my day.

Ich musste sehr lange warten bis jemand gehalten hat. Schließlich hielt ein Gammler mit einer Menge Pornomagazinen auf dem Rücksitz. Der hat mich bis zur nächsten Tankstelle gebracht, wo mich nach einer Weile ein netter Deutscher mitgenommen hat. Es war irgendwie erfrischend aber auch ein wenig ungewohnt die ganzen einstudierten Geschichten auf Deutsch zu erzählen. Leider hat mich der Typ an einer ungünstigen Stelle abgesetzt, wo ich lange warten musste.

Nach einer Weile hat mich ein ulkiger Volksmusiker mitgenommen, der total begeistert war als ich ihm von Couchsurfing erzählt hab und mir seine Nummer gab. Danach wieder ganz langes Warten und dann hat mich ein netter Typ mitgenommen, der mich gleich als Deutschen enttarnt hat:

„You’re German aren’t you?“
„Yeah, right! Was it the accent?“
“No the glasses, all Germans I met wore those glasses. Do you get them at school?”

Vielleicht war das seine Art mir zu versichern dass mein Akzent kaum hörbar ist. Er schien es aber ernst zu meinen.

Danach stand ich wieder ne Weile an einer verlorenen Kreuzung, bis zwei Partygirls für mich gehalten haben. Die hatten Unmengen an Heineken auf den Rücksitzen gestapelt, haben sehr schnell sehr viel geredet und mir ihre Süßigkeiten Angeboten. Wir haben uns ganz nett unterhalten und sie sind für mich extra eine andere Route gefahren als sie mussten, bis nach Clifden!

Das trampen hat tatsächlich fast den ganzen Tag gedauert.

Und es kam noch schlimmer: als ich Jan traf, erzählte er mir von seinem unfassbaren Glück beim Trampen. Gleich nach 5 Minuten hatte eine Mutter mit Kind für ihn gehalten und bald darauf auch schon der nächste Lift und er wartete schon seit über 2 Stunden in Clifden…

Dafür war Clifden aber ganz hübsch, eine kleine, grüne Küstenstadt. Wir haben einen ganz netten grünen Spot Am Wasser gefunden und wollten erstmal was Kochen. Zum Kochen, und weil wir Durst hatten, brauchten wir Trinkwasser.

Nun hatten wir per Mail eine Nachricht erhalten, die uns davor warnte das Trinkwasser in Galway zu kosten, weil da irgendeine Bakterie drin sei. Clifden ist nicht soo weit weg von Galway. Jedenfalls hat Jan sich von einem nahe liegenden Haus Trinkwasser geholt. Das Wasser war gelb. Ich war sehr durstig darum hab ich’s trotzdem getrunken, aber ich hatte wirklich Angst vor dem Zeug. Mit dem Wasser haben wir dann wieder Reis gekocht.














Der Strand an unserem Spot

Die andere Seite














Ich beim Kochen und Lesen. Die Isomatte diente als Windschutz.














Ich wie ich versuche nachdenklich zu wirken. (Weiße Socken…)

Das Essen war ganz in Ordnung. Wir sind danach noch mal durch die Gegend und haben uns einen netten Platz zum Entspannen und Rauchen gesucht.

Da in der Nähe war der Platz.

Als wir zurückgekommen sind war es schon dämmrig. Wir wollten uns gerade zur Ruhe legen als wir merkten… dass es nach Scheiße stank. Gott war das eklig. Auf einmal war der Gestank überall. Irgendwo in unserem Lager war Scheiße.

Nach kurzer Panik haben wir uns dann einfach zum Schlafen fertig gemacht. Mir fiel es relativ leicht die Scheiße zu ignorieren, ich war im Zelt ja geschützt. Jan hingegen war der Scheiße ausgeliefert und machte sich große Sorgen da nachts rein zu rollen oder so. Wir haben dann noch eine Weile die Situation kommentiert.

„Scheiße“
„Ich glaube das wird ne Scheiß-Nacht“
„Dieser Spot… ist Scheiße“
etc.

Für mich war die Nacht ganz okay.

Freitag, 7. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 8

Tag 8

Wir wurden von Birkan geweckt, der meinte er müsse in 5 Minuten zur Uni, wir sollten uns so langsam fertig machen aber – keine Hektik! Birkan stand entspannt in der Gegend herum und kochte dünnen Kaffee während wir aufstanden und alles einpackten (Wir hatten In der Wohnzimmerküche Geschlafen). Sobald wir vor der Tür waren meinte er, er habe heute Morgen Duschgeräusche gehört und gedacht das wären wir gewesen, war aber sein Mitbewohner. Daher habe er uns nicht früher geweckt.

Wir sind dann mit ihm zur Uni, wo er uns seinen Computer für die nächste Couchsurfing-Request zur Verfügung stellte. Wir wollten bei Jemandem in Galway übernachten, da waren aber leider alle verreist. Nach der Uni sind wir dann durch ganz Limerick gelaufen und haben uns erstmal an den Kanal gesetzt um zu Frühstücken.

Gut zu sehen: heranziehendes, schlechtes Wetter.














Ich versuche Jan zu würgen.

Das Frühstück war etwas eklig. Aldi Käse, Aldi Toastbrot, Aldi Orangensaft. Nach dem Frühstück sind wir weiter durch die ganze Stadt gelaufen, bis zu einer Stelle zum Trampen. Das Wetter war mies und die Stelle war auch mies.

Man sieht den Regen nicht, aber er war da. Jan’s Gesicht spiegelt unsere derzeitige Niedergeschlagenheit wider. Und wieder Palmen.

Nach viel Elend etc. hat schließlich ein Lehrer in einem Landrover für uns gehalten. Wir waren sehr dankbar und haben uns ganz nett unterhalten, trotzdem war da eine gewisse Lehrer/Schüler-Barriere zwischen uns.

Der Lehrer nahm uns mit nach Gort wo wir uns gleich auf die Suche nach einem Spot machten. Bald fanden wir eine hübsche eingezäunte Grasfläche gleich am Fluss und in der Nähe eine Ruine.

In der Ruine bauten wir unser Lager auf und sind dann zum Fluss um da zu kochen. Als wir jedoch am Fluss ankamen, stürmten plötzlich etliche Kühe die Weide.


Überall Kühe!

Und sie kommen immer näher.

Auf die Invasion der Kühe hin haben wir vor unserer Ruine jedenfalls eine Kuhbarriere aufgebaut.

Unsere Ruine. Aus den Brettern am Eingang schmiedeten wir die Barriere.

Dann haben wir am Fluss gekocht, geangelt (erfolglos) und einige nette Fotos gemacht:

Die Kochstelle.

Da hab ich heimlich den Auslöser gedrückt.

Nachdem wir gegessen hatten (Nudeln und Tomatensoße) sind wir ein wenig durch die Gegend gewandert und haben auf irgendeiner großen verlassenen Weide geraucht bis es dunkel wurde. Dann sind wir Zurück zum Lager.

Die Barriere war niedergerissen worden. Mit Taschenlampen näherten wir uns der Ruine, denn es war dunkel. Mitten in unserem Lager standen zwei Pferde.

Wir wussten nicht so recht wie wir auf diese Situation reagieren sollten. Zwei Pferde. Wir haben sie ne Weile einfach angeleuchtet. Dann haben sie sich plötzlich auf uns zu bewegt und ich hab „hooo… hoooo…“ gemacht weil das in den Filmen immer klappt und es hat funktioniert!

Wir hatten beide großen, nennen wir es mal, Respekt, vor den Pferden. Darum haben wir so schnell wir konnten unser Lager zusammengesammelt und sind umgezogen auf ein nahe liegendes Footballfeld. Da haben wir dann alles wieder aufgebaut und sind erschöpft schlafen gegangen.

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 7

Tag 7

Die Nacht war leider recht nass, hat die ganze Zeit geregnet. Ich erinnere mich nachts aufgewacht zu sein und mit der Hand über die Zeltdecke zu fahren um zu prüfen ob sie leckte. Und sie leckte. Nur punktuell zum Glück, aber das reichte für einen unruhigen Schlaf.

Morgens wurden wir dann von gleißendem Sonnenschein geweckt. Fröhlich standen wir auf, haben uns der Sonne entgegen gereckt, ausgelassen gegähnt und schließlich die Augen geöffnet um eine tödlich dunkle Wolkenfront zu bemerken die direkt auf uns zukam. Niedergeschlagen haben wir gepackt so schnell wir konnten und sind zur „Masterkabin“ um uns Wasser zu holen, Zähne zu putzen etc. Es hat geregnet ohne Ende. Als hätte wer gemerkt dass es ein bisschen zu gut für uns gelaufen ist.

Wir fingen also gleich an zu trampen und nach ner Weile nahm uns ein älterer Herr mit…
…zur nächsten Ecke.
Nach ganz, ganz, ganz viel Regen haben wir mal wieder Glück und ein cooler Ire nimmt uns mit. Wir unterhalten uns nett und erfahren, dass der coole Ire eine nette Buchidee hat. Er habe einen Fantasy-Dreiteiler über den Nordirlandkonflikt im Kopf, weil er den als Kind erlebt und durch kindliche Phantasien verarbeitet habe. Klang ganz interessant, so ähnlich wie „Pan’s Labyrinth“.

Als nächstes hat uns so n Vanfahrer mitgenommen der nicht viel geredet hat.

& dann:
Paul der Proll.
Paul hatte sein Auto mit einem roten billig-Metallboden geschmückt den wir später bei Supervalue im Angebot gesehen haben. Die Fenster blieben fast die ganze Fahrt über geschlossen und Paul schien die Heizung aufgedreht zu haben. Wir sind geschmolzen in dem Auto. Paul hat die ganze Zeit übelsten Proll-Mist gelabert und ich saß vorne. Aaah. Und die Musik… lauter, nerviger Rave, die ganze Fahrt über. Jan hat später oft ein Lied zitiert, das ihn hinten zum Lachen gebracht hat:

„Nz, nz, nz, nz that’s the way we fuck”

Oh Mann. Ich saß also vorne und musste mich mit dem Typen unterhalten der irgendwann gemerkt hat das Jan hinten leise Lachte. Also hat Paul ein Witz gerissen:

„Who’s your girlfriend?“
„what?“
„Who’s your girlfriend?“
„what?“
„Your girlfriend there, what’s her name?”
“Erm… his name is Jan”

Naja er fand’s wohl lustig. Wobei man sagen muss dass er die ganze Fahrt über dasselbe dümmliche Grinsen gegrinst hat. Als hätte er sich das mal antrainiert oder so.

Nach Paul mussten wir erstmal zu Lidl und was essen. Ich hab mir ne Tafel Schokolade gekauft, Jan hat sich eine Tube Tomatenmark gegönnt. Er hat’s bereut.

Nach 1 std. (!) warten & Regen nahm uns eine sehr nette englische Frau mit. Jan saß vorn & hatte ein nettes Gespräch. Am Ende gab uns die Frau ihre Nummer, für den Fall dass wir keinen Platz zum schlafen finden würden.

Wir hatten nämlich bei Darragh eine neue Couchsurfing-Request für Limerick aufgesetzt. In irgendeiner Stadt sind wir dann in einer Bibliothek ins Internet & siehe: Birkan Can hatte uns geantwortet. Zu dem wollten wir jetzt. Jan hatte ihn angerufen und berichtete, dass Birkan ihm ungefähr 3 Mal dieselben Anweisungen für einen Treffpunkt gegeben hat.

Wir haben uns vor einem Spar getroffen. Hier ein Foto von seinem Profil (wieder vergessen eins zu machen):

So ungefähr sah er aus. Nur etwas längere Haare & etwas weniger Bart.

Birkan war freundlich, entspannt, charismatisch und am Anfang auch etwas wortkarg. Wir sind dann in sein Haus, wo er wohl erst seit 2 Wochen wohnte. Zu essen gab es Spaghetti, gemischt mit einer Dose Thunfisch und raffiniert abgerundet mit ein wenig Salat. Es war OK. Man stellt ja keine Ansprüche in so einer Position.

Birkan hat dann an irgendeiner Arbeit für sein Studium gearbeitet und uns abends noch mal gefragt ob wir ins Pub möchten. Wir waren aber wirklich zu fertig für’s Pub, also haben wir uns einfach hingesetzt und uns unterhalten.

Hatte er einmal angefangen zu reden war Birkan kaum zu Bremsen. Er hat uns erzählt von seinen Problemen ein Visum zu bekommen, von seinem Talent für Sprachen und dass er uns gerne etwas Französisch oder Spanisch oder italienisch beibringen könnte und von seinem Long-Distance-Walk.

Auch von seinem Profil. Birkan ist der in der Mitte mit langem Haar & Bandana.

Birkan ist nämlich, als er noch lange Haare hatte, den Lycian way durch die Türkei mit 4 Freunden gelaufen. 450 km. Er hat uns erzählt was für eine intensive Erfahrung das war, dass sie die 5 Freunde eng zusammengeschweißt und ihn zu einem viel zufriedeneren und entspannteren Menschen gemacht hat. Da begann Jan’s Obsession mit seinem Long-Distance-Walk, den er nächstes Jahr machen will. War ein netter Abend.

Diesmal musste ich auf dem Boden schlafen und Jan durfte auf die Couch. Ich muss zugeben dass ich ein klein wenig Genugtuung verspürt hab als Jan angefangen hat sich zu beschweren die Couch wäre zu klein. Außerdem hatte sie Holzlehnen.

Hehe.

 

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