Donnerstag, 6. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 6

Tag 6

Ich wachte langsam auf, in meinen warmen Daunenschlafsack gehüllt, den Kopf auf einer halbleeren, in einen Pullover gehüllten Plastikflasche. Ich öffnete meine Augen und sah:

Morgentau!

Die Zeltdecke war komplett nass, dafür war der Boden aber relativ trocken. Da das Zelt sehr niedrig war und ich ein großer Mensch bin schleifte ich beim Aufstehen mit Kopf und Schultern an der nassen Zeltdecke entlang. Dem Zelt entkommen, sah ich mich draußen beißender Kälte, und bald darauf auch beißenden kleinen Insekten ausgeliefert.
Wir haben gepackt so schnell es ging, noch ein paar Birnen geklaut und sind dann durch den dornigen schlammigen Weg zurück in die normale Welt.










Der Ort des Grauens. Auf der rechteckigen Fläche hinter Jan hat mein Zelt gestanden.










Ich vor dem „netten kleinen Baum“.

Als wir dann an dem „please close gate“-Gate standen sah Jan auf seinen Arm und bemerkte ein Zecke. Wir tauschten besorgte Blicke, zogen unsere Hemden aus und untersuchten uns gegenseitig: lauter Zecken. Große Zecken. Ich hatte knapp 10, Jan hatte sich unter seinem Tarp über 20 eingefangen.
Als ich Jan’s Hinterkopf untersuchte, keuchte ich entsetzt, als ich eine ganze Kolonie von Zecken hinter Jan’s linkem Ohr entdeckte, mindestens 7.

„Was? Was?!“

fragte Jan auf mein keuchen, Panik in den Augen. War natürlich nix weiter. Er hat sich dann aber an meinem Hinterkopf gerächt:

„Oh Goott!“
„Waas?!“

Als wir uns schließlich alle Zecken aus der Haut pinzettet hatten (Irgendwie beschränkten sich die Zecken glücklicherweise auf Gesicht und Oberkörper), machten wir uns auf den Weg. Einfach nur weg da.

Auf unserem Weg die Straße entlang wollte ich mich durch eine beinahe unnatürlich große, pralle Brombeere am Wegesrand für den schlechten Morgen entschädigen lassen, doch das „private property“-Gelände holte zum finalen Schlag aus: gleich zwei riesige Spinnen klebten an der Beere. Ich schätze nur Spinnenphobiker können nachempfinden was da in mir aufgewallt ist. Durch eine Ruckartige Zuckung mit dem ganzen Körper schleuderte ich die Brombeere zurück ins Gebüsch und mir entfuhr ein Aufschrei, der Entsetzen, Kontrollverlust und Wut auf das ganze verfluchte Gelände zum Ausdruck brachte.

Abgesehen von diesem Exemplar waren Brombeeren übrigens eine der tollsten Sachen an Irland. Die waren da überall am Straßenrand, wie um uns zu kräftigen und bei Laune zu halten. Wenn mal keiner gehalten hat, haben wir eigentlich ständig Brombeeren gegessen. Dabei haben wir uns überlegt, dass das bestimmt alle Tramper in Irland machen. Wir haben uns vorgestellt wie sich die Einheimischen Autofahrer wohl dabei amüsieren, die ganzen verloren aussehenden Leute mit brombeerverschmierten Gesichtern am Straßenrand zu beobachten.

Nach einer Weile hielt dann Jemand für uns, bei dem wir einfach schnell eingestiegen sind. Der Kerl der uns mitnahm stellte sich als ein mindestens 80 jähriger irischer Schäfer heraus und es stank bestialisch in dem Auto. Der Schäfer versuchte sich mit uns zu unterhalten, wir konnten aber kaum ein Wort verstehen. Jan saß vorne und hatte sichtliche Probleme sich zusammenzureißen. Ich sah ihn vor unterdrücktem Lachen zucken während der Schäfer auf ihn Einnuschelte. Ich machte mir wirklich Sorgen wie wir das überstehen sollten, der Schäfer fuhr nämlich die ganze Zeit 20 und wir hatten eine lange Strecke vor uns.
Ich weiß noch genau wie Jan sich immer wieder zu mir umgedreht hat und ich die Anstrengung nicht zu Lachen in seinem Gesicht sehen konnte. Das hat mich wirklich fertig gemacht und ich musste selbst anfangen leise zu Lachen. Das hat sich dann mit Jan’s Lachen immer weiter hochgeschaukelt, Mann war das schlimm. Es wurde noch schlimmer als Mir der Schäfer einen Packen Postkarten nach hinten reichte die er selbst gemacht hatte. Es waren hundert Stück mit 2 unterschiedlichen Motiven: einmal Schafe, einmal Steine. Ich konnte nicht mehr an mich hallten und hab versucht meinen Lachkrampf als heftiges Husten zu tarnen. Jan ging es nicht besser. Sobald wir einen Shop am Straßenrand entdeckt hatten, haben wir gemeint wir bräuchten dringend was zu Essen und sind ausgestiegen.

Wir standen dann schon wieder an der nicht-so-tollen Kreuzung deren Ortsschild wir gesteinigt hatten.











Die Stelle an der uns der Schäfer raus gelassen hat. Das Haus mit der offenen Tür ist der Shop. Die Kreuzung liegt „hinter dem Betrachter“.

Es hat ne Weile gedauert aber dann nahm uns wieder jemand mit. Es war ein (vermutlich) geschiedener Vater mit seiner ihm (vermutlich) kaum bekannten Tochter, die er mit auf eine Entdeckungstour durch Irland mitnahm auf der sie (vermutlich) 'einander entdecken' sollten. Sie waren in einer Art WohnVan unterwegs. Wir konnten nicht besonders viel reden weil wir hinten saßen, dafür konnten wir uns hinlegen und entspannen.

Wir wurden in Trelea abgesetzt, direkt in dem Einkaufsparadies-Distrikt und der war ziemlich hässlich. Aber: ein Einkaufsparadies. Wir sind dann gleich zu Tesco rein, haben uns herabgesetzte mini-Baguettes und herabgesetzte mini-Avocados gekauft und ein richtig leckeres Frühstück gehabt.

Danach sind wir zu Aldi, wo Jan, wie in einem billigen Misterythriller, einen Flashback in seine Vergangenheit hatte. In jenem Aldi hatte er nämlich letztes Jahr aus versehen seine großartige Karte liegen gelassen. Als er da dann wieder rein lief, war sie weg, aber eine nette Kassiererin hat ihm aus Mitleid ihre billige Karte geschenkt (ziemlich nett), die seit diesem Tag immer weiter auseinander fällt. Nach dem Flashback haben wir uns da Tortellini und Tomatensoße gekauft.

Der Lauf durch Trelea war so trist, dass wir angefangen haben uns über Blödsinn zu unterhalten. Nach einer Weile hat mich Jan gefragt was „awfull“ und was „awesome“ heißt, weil er Angst hatte das zu verwechseln, da es ja so ähnlich klingt. Erst da ist mir aufgefallen wie ähnlich sich diese völlig unterschiedlichen Wörter sind. Es wurde dann zu einer Art running-Gag absurde Verwechslungsszenarien mit den beiden Wörtern zu Erfinden:

Jemand hat z.B. was Beeindruckendes gemacht, und du gehst auf ihn zu und sagst „man that was awfull! Yeah! Fuckin awfull man! High five!“.

Oder jemand erzählt dir vom Tod seiner Eltern und du meinst „Oh man… that’s awesome… You know my parents died too and… it was just so awesome…“

Als wir dann wieder an irgendeiner Tankstelle angekommen waren hat uns relativ schnell eine ziemlich coole englische Mutter mitgenommen. Sie meinte sie hätte für uns angehalten weil wir so harmlos aussähen. Diesmal saß ich vorne und hatte ein wirklich angenehmes Gespräch über gute Musik, die Popularität von Engländern und den Strand zu dem wir fuhren. Sie kannte da eine gute Stelle zum Campen, direkt am Meer, und ist für uns extra dahin gefahren! Wir haben uns dann sehr nett verabschiedet und sie hat uns noch Kaugummis geschenkt (…wie taktvoll).

Am strand gab es eine „Masterkabin“ mit Toiletten und Waschbecken für unseren Wasserbedarf. Mit frischem Wasser sind wir dann zum Strand und es war einfach großartig. Wir haben viele Fotos gemacht (das sind nur einige):











Jan Vor der See.

Ich vor der See. Die Steine haben eine Art Abhang gebildet, beim Wasser war Sand.

Welch ein Schnappschuss! Zum Glück wollte ich Jan grade aufs Meer hinweisen.














Da hat Jan die Belichtungszeit hochgesezt & die Sonne herbeigezaubert. Die Realität lag irgendwo zwischen diesem und den anderen Fotos.

Die Landschaft die wir im Rücken hatten.

Wir hatten keine Badehosen dabei. Haben daher kurz gezögert und sind dann mit Unterhose ins Wasser. Das Wasser war relativ kalt aber das machte in dem Moment wirklich nix. Im Wasser haben wir uns Shampoo in die Haare geschmiert und uns von den Wellen die Haare waschen lassen.

Das war wirklich ein toller Abend und das Tief vom Morgen machte das ganze eigentlich nur besser. Danach sind wir ein wenig durch die Landschaft gejoggt und haben nach Stöckern für’s Tarp gesucht und wieder welche gefunden. Abends haben wir uns dann die Tortellini von Aldi gemacht und entspannt am Strand geraucht.
War ein echt netter Abend.

Mittwoch, 5. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 5

Tag 5

Der Morgen war ziemlich entspannt. Als Jan aufgewacht ist, hat er den Topf am Strand abgewaschen…











…der durch das Moos ganz hübsch aussah.











Dann haben wir alles gepackt und sind aufgebrochen.

Ich hatte übrigens ein Problem mit meinem Rucksack. Der Gurt, der das Gewicht des Rucksacks auf die Hüfte verlagern sollte, lag bei mir in Bauchnabelhöhe (alter Rucksack). Das ging ziemlich auf die Schultern, weshalb Jan einen Großteil der schweren Sachen mit seinem Rucksack getragen hat. Wir haben auch die Gitarre und diese genialen Milchkanister, die wir als Wasserkanister verwendeten, an seinen Rucksack gebunden, was bestimmt ziemlich schwer war, aber dafür einfach mal unverschämt gut aussah.











Links die Gitarre, in der Mitte die Isomatte, rechts die Milchkanister (ich glaube im unteren ist noch ein wenig Milch).

Nach dem Abwasch sind wir zum Frühstück holen in die Stadt. Im lokalen Supermarkt haben wir einen Käse gekauft der lecker sein sollte und herabgesetzt war. Dazu Toastbrot, weil das das einzige essbare Brot war dass es gab. Der Rest war mit „Soda“ oder so gebacken und schmeckte, wie Jan mit Ekel im Blick meinte, wie Kuchen. Außerdem kauften wir noch Butter und ein bisschen Schinken.

Als wir uns dann zum Frühstücken an einem netten, grünen Plätzchen niederließen, hat sich die Butter als Margarine entpuppt (Als Butter getarnte Margarine – Jan sah eine Grenze überschritten) und der leckere Käse als „Red Cheddar“, was nichts anderes heißt als das er wie Plastik geschmeckt hat, und so orange war wie der "Survival Bag". Aber der Schinken war in Ordnung.

Dann sind wir weitergetrampt. Ein lustiger original-Ire hat uns mitgenommen, ein älterer netter Herr, der ganz viel geplaudert hat. Er hat uns dann an einer Kreuzung rausgelassen die er für gut zum Trampen hielt, war aber leider nicht so toll. Wir saßen da ewig rum und haben um die Wette Steine ans Ortsschild geworfen und irgendwann beschlossen nach einem Plätzchen für ein zweites Frühstück zu suchen.

Haben dann diesen netten moosigen Fleck am Fluss gefunden:











War wirklich hübsch da.











Da hat Jan einen Stock in den Boden gerammt.

Leider war der Platz irgendwann voller Touristenkinder, die erst euphorisch kreischend mit einem Ball zum Fluss gerannt sind und gleich darauf verzweifelt kreischend dem Ball hinterher, der in den Fluss gefallen war. Genervt sind wir wieder an die Kreuzung und haben das Ortsschild bearbeitet, bis irgendwann eine freundliche Frau für uns gehalten hat.
Die freundliche Frau hat uns in einem „private property“-Gelände abgesetzt.







Kritischer Blick aufs „private property“-Gelände.

Wir haben gleich nach einem „Spot“ (Platz zum Campen) gesucht, aber irgendein Landlord hat uns vertrieben. So sind wir denn weitergezogen, bis zu dem Haus eines alten Pärchens, bei dem Wir um Wasser gebeten haben. Wir haben das Wasser bekommen, und das Pärchen hat uns auch beschrieben wo in der nähe vielleicht ein guter Spot zum Campen wäre.

Wir sind den Anweisungen gefolgt, einen langen Weg hoch, durch ein Tor auf dem „please close gate“ stand und dann durch einen schmalen dornigen und schlammigen Pfad. Als wir da durch sind hatten wir das Gefühl eine kleine Idylle entdeckt zu haben, alles voller hübscher bunter Pflanzen, hohes Gras und verborgen hinter einer Hecke: eine nette grüne Fläche mit einem netten kleinen Baum.

Wir haben also unser Lager aufgeschlagen, Spaghetti mit Pesto gemacht, und sind schlafen gegangen. Nicht ahnend, dass uns einer der schrecklichsten Morgen der Reise bevorstand.

Dienstag, 4. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 4

Tag 4

Am nächsten Morgen hat uns Darragh geweckt und gefragt ob wir mit zum Shop kommen wollten, er würde da Frühstück holen. Wir wollten und haben uns schnell angezogen.
Ich weiß noch, dass wir im Shop wegen unserer fehlerhaften Aussprache Probleme hatten Eier zu kaufen.

„We need some Ex“
„you need what?“
„Ex we’re searching for Ex, you know:”

*ich formte ein Ei mit den Fingern*
“Ah, you mean Eggs!”
„Right. Eggs.“

Jedenfalls hat sich Darragh dann sein „irisches Frühstück“ gekauft und ich, in einem Anflug von Touristenhaftigkeit, hab dasselbe bestellt: 4 dicke, so richtig fettige Würste von gestern, ummantelt von einem bleichen, in Butter und Ketchup getränkten Baguette. Und so hat es auch geschmeckt. Fiel mir wirklich nicht leicht Genussgeräusche zu machen als ich da reinbiss.

„How does it taste Kuai?“ (Viele Leute da hatten Probleme mit meinem Namen)
„It’s great“ *gequältes Genussgeräusch*

Jan hat versucht das überzuckerte Müsli zu finishen, ging aber nicht. Wir haben dann darauf bestanden, dass das Müsli an die WG geht.

[Oh Mist ich hab was vergessen!
Nämlich eine „Schlüsselstelle“ (höhö), Darragh hatte mir am Vortag einen Hausschlüssel anvertraut. Leute die mich kennen wissen wie das ganze weitergeht. Wird auf jeden Fall später noch mal wichtig.]

Der restliche Morgen war dann entspanntes Aufbrechen. Darragh hatte noch von einem Festival erzählt wo er eigentlich hinfahren wollte (hat aber zuviel geregnet): Das „Goat-Festival“.
Soweit ich es verstanden hab wird jedes Jahr in einer Kleinstadt namens „Killorglin“ (…) eine Ziege eingefangen und auf ein Podest gestellt, wo sie dann 3 Tage stehen bleibt. Während dieser Zeit haben Alle Pubs bis 3 Uhr Morgens geöffnet und die Leute saufen sich besinnungslos.

Wir haben dann noch mal geduscht und uns mit Darragh auf den Weg gemacht. Darragh wollte uns noch in der Stadt herumführen und uns zu einer guten Stelle zum Trampen bringen.

Zuerst sind Wir in ein Geschäft für Reisezubehör, um den Boden für Jan’s Tarp zu kaufen, es gab da aber nichts in den richtigen Maßen. Also haben wir uns als Ersatz einen „Survival Bag“ andrehen lassen. Das war nichts anderes als ein zum Quadrat gefalteter Müllsack in leuchtendem Orange auf dem „Survival Bag“ stand.

Danach sind wir durch den alten Englischen Markt, der ganz nett war, und dann in ein Süßigkeitengeschäft, in dem Darragh zwei Tüten Bonbons gekauft hat. Er hat uns dann jeweils ein Bonbon aus der ersten Tüte angeboten. Sie waren von einem giftigen Rot und haben extrem seltsam nach Gewürzen geschmeckt, die nicht in Bonbons gehören. Darragh meinte das müsse die Art Süßigkeit sein die Jan schmeckt, da Jan ständig Ricola verschlang. Dann hat er uns zwei Bonbons aus der anderen Tüte gegeben – leckere Pfefferminzbonbons. Als er dann gefragt hat wem welche Sorte am besten geschmeckt hat, hab ich natürlich die Pfefferminzteile gewählt. Jan pflichtschuldig die würzigen Roten. Später hat er uns die dann geschenkt, was ich ziemlich nett fand (vielleicht hatte das Müsli was damit zu tun). Wir haben die Roten nie wieder angerührt.

Dann sind wir weitergetrampt. Zuerst hat uns noch ein cooler Pole mitgenommen. Jan meint dass er beim Trampen erstaunlich oft von coolen Polen mitgenommen wurde. Dann wieder Tankstelle & bald darauf hat uns ein ziemlich cooler irischer Volksmusiker mitgenommen, bei dem ich mich im Gespräch jedoch ein bisschen blamiert habe:

„Are you a musician?“
„Yeah, I play the Bodhran“
“Aaaah... cool”
“Do you know what a Bodhran is?”
“No”
“It’s a traditional irish drum”
“Do you make music for a living?”
“No, I’m a carpenter”
“Aaaah..”
“Do you know what a carpenter is?”
“No”
“Someone who works with wood”

Das war mir ziemlich peinlich so durchschaut zu werden. Er meinte er könne das weil seine Frau aus Spanien komme. Er sei daran gewöhnt zu erkennen ob er verstanden werde. Er hat uns jedenfalls am Rande einer Kleinstadt namens Kenmare abgesetzt und uns noch eine gute Stelle zum Campen auf irgendeinem ungenutzten Privatgelände verraten.

Da sind wir dann auch gleich hin, ab jetzt kommen ganz viele Fotos:










Das war der weg zur Küste, die Teilweise Privatgelände war. Ich fand’s lustig dass da Palmen wuchsen, das wirkte so falsch.











Das ist Der Strand. Da gleich rechts hinter der Felswand war unsere Kochstelle. Auf dem Vorsprung den die Felswand bildet haben wir unser Lager aufgebaut.











Und das ist unser Lager, mit Jan, der gerade sein Tarp aufspannt. Das hellblaue Teil ist mein Zelt. Wir haben die immer zusammengespannt, weil’s gut funktioniert hat und Jan so nur einen Stock zu suchen brauchte.

Zuerst hatten wir unser Lager ja hier aufbauen wollen:











Unter diesem netten Baum, absolut windgeschützt. Doch als wir ein paar der Steine bewegt hatten, war die Sache gestorben: Asseln. Unfassbar viele, große Asseln. Sobald wir die Steine bewegten kamen von überall Asseln aus dem Boden um sich neu anzuordnen und dann wieder zu verschwinden. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen nachts in meinem Zelt am Boden zu lauschen und all diese Asseln zu hören…

Zum Glück haben wir gleich rechts den Vorsprung hoch dann unseren Platz gefunden. Nachdem wir Zelt und Tarp aufgebaut hatten sind wir zum Strand runter und haben Reis mit Tikka Massalla Sauce gemacht. War leider nicht sooo gut weil nicht genug Wasser im Topf war, aber die Sauce war okay.

Wir hatten wirklich Glück mit unserer ersten Nacht im Freien, klasse Spot, kein Regen, kein Morgentau.








Yummy.

Montag, 3. September 2007

Tagebuch einer Reise durch Irland - Tag 3

Tag 3

Wir sind relativ früh aufgestanden, kurz nachdem jemand zur Arbeit gefahren ist der sein Auto neben unserem Baum geparkt hatte. Als wir unsere Sachen gepackt hatten hab ich plötzlich gemerkt, dass ich meine Brille nicht aufhatte, die lag dann aber zum Glück noch an der Baustelle.

Die Nacht war wie gesagt nicht die tollste gewesen. Das verlangte nach einem guten Frühstück, also sind wir erstmal zu Lidl. Ja ganz recht: Lidl. Da ist beinahe alles genauso wie hier, es gibt nur 3 gravierende Unterschiede: 1. Alles auf englisch 2. ziemlich coole Milchkanister aus Plastik, von denen ich mir eigentlich einen mitnehmen wollte was mir gerade jetzt einfällt MIST! & 3. Alles doppelt so teuer wie hier. Gott war das teuer.

Wir haben uns da also Vollmilch in einem diese genialen Kanister und überzuckertes Müsli mit Trockenfrüchten geholt. War nicht so besonders, aber wir hatten Hunger. Wir haben das Zeug am Bürgersteig gegessen & als wir fertig waren war da alles voller Milch & Müsli – Spuren der Gier.

Danach sind wir zu so ner Buszentrale und haben geguckt wann der Bus fährt, wir hatten noch so 2 Stunden glaube ich. Wir mussten leider mit dem Bus fahren weil wir zum Trampen aus der Stadt hätten laufen müssen & das hätte gedauert. Da wir Zeit hatten sind wir erstmal an den örtlichen Kanal & haben da ein paar Fotos gemacht.











Das ist Jan mit seinem Orangensaft auf einer riesigen Bank am Kanal.















Das bin ich an derselben Stelle.











Das ist eine Möwe.
Ich seh Möwen nicht so oft und hab mich deshalb über jede Möwe gefreut.

Dann sind wir in den Bus und sind lange Busgefahren. Das war wirklich schmerzhaft auf die Dauer, Die Sitze waren unglaublich unbequem. Irgendwann waren wir dann in Cork. Cork sah nett aus. Ist glaube ich die zweitgrößte Stadt in Südirland. Es hat aber die ganze Zeit nur geregnet. Zum Glück hatte ich meinen Regenschirm dabei, ist wirklich sehr viel angenehmer als nur mit Regenjacke.

In Cork sind wir jedenfalls lange einfach nur herumgeirrt weil „wir“ vergessen hatten Darragh’s Adresse und Nachnamen aufzuschreiben. Wir mussten ihn also anrufen, aber das Payphone hat irgendwie nicht funktioniert (Das lag daran das Darragh’s Nummer eine Handynummer war und wir für ein Handygespräch zu wenig Geld einwarfen). Also sind wir in ein Internetcafé und haben uns geholt was wir brauchten.

So gegen Abend sind wir schließlich bei Darragh angekommen, wir hatten wirklich Glück mit ihm und seinen Mitbewohnern! Waren alle richtig nett und lustig. Darragh hat uns dann erstmal was gekocht: Reis mit Gemüse und Ei. Das war wie ein Festmahl nach dem Müsli von Morgens. Dann haben wir uns ein bisschen unterhalten, darüber wie die Dusche funktionierte, warum überall Schimmel an den Wänden war, dass man beim Kochen nie genug Knoblauch verwenden kann und über diese „Free Hugs“-Geschichte bei der Darragh mitmacht.

Wir haben leider vergessen Fotos von Darragh zu machen, aber ich hab hier ein Bild von seinem Couchsurfing Profil:











Genau so ist der drauf.
Kurz nachdem Darragh uns 3 Pubs aufgelistet hat die wir besuchen würden, hat ihn eine Freundin angerufen und uns zu einer Dinnerparty eingeladen! Also sind wir da hin, war wirklich ein lustiger Abend. Die Gastgeber waren 3 Couchsurferinnen und dann waren noch irgendwelche niederländischen Couchsurfer dabei.

Wir waren leider schon etwas satt von dem Reis, aber das Essen war wirklich lecker. Tintenfisch & so. Dann haben wir uns ewig einfach nur unterhalten. Die hatten da so ein kleines Buch mit einer Geschichte die von jedem weitererzählt werden kann, da hab ich irgendwas reingeschrieben. Hat glaube ich nicht viel Sinn gemacht.

Danach sind wir noch in ein Pub, in dem es richtig laut und total überfüllt war. War mehr wie ein Club. Wir haben angestrengt versucht uns zu unterhalten, war aber zu laut. Betrinken war auch nicht da ein Guiness 5 Euro gekostet hat. 5 Euro! Soviel haben wir jeden Tag für alles Essen pro Person ausgegeben. 1 Tag leben = 1 Guiness. Das ging nicht auf, hätten mindestens 2 Guiness sein müssen. (haben trotzdem 2 gekauft)

Die Nacht war diesmal wirklich grandios. Diese Couch… da ist man förmlich drin versunken. Jan hat in dieser Nacht auf dem Boden geschlafen, beim nächsten Couchsurfer wollten wir dann tauschen.

Freitag, 31. August 2007

Tagebuch einer Reise nach & durch Irland - Tag 2

Tag 2

Der 2te Reisetag war leider nicht so der Hammer. Da denke ich nicht gerne dran zurück, ich versuche mich also möglichst kurz zu fassen.

Um zum Flughafen zu trampen mussten wir zunächst mal an die Autobahnausfahrt am Rande „der Stadt“ (hab den Namen vergessen, nennen wir sie einfach „die Stadt“). Dazu mussten wir noch mal Schwarzfahren und da hatte ich so gar keine Lust drauf, den Kopf voller negativer Gedanken über schlechtes Karma & Murphy’s Law & so.
Daher sicherten wir uns dieses mal doppelt ab: Immer wenn der Zug hielt, drückte Jan wieder wahllos aber konzentriert irgendwelche Knöpfe am Fahrkartenautomaten während ich tieef in meinem Rucksack nach meiner Geldbörse suchte. So ab der 4. Station wurde das ganze ein bisschen lächerlich, hat aber ordentlich Spaß gemacht. Es kam aber wieder kein Kontrolleur.

In der Stadt begann dann die Tiefphase, keine einzige Person hielt für uns… Wir standen da am Straßenrand mit der schlichten Bitte „A4 Norden“ auf einem Pappschild & keiner hielt. Für ca. 2 Stunden. Wenn man da so am Straßenrand steht vom Regen durchnässt, den Daumen der Kälte ausgeliefert und einem nach einer Weile schmerzhaft zwanghaftem Ausdruck von Liebenswürdigkeit im Gesicht, da beginnt man an der Güte der Menschen im Allgemeinen zu zweifeln. Nach einer Weile fingen wir an irgendwelche Lieder zu singen weil dann das Freundlich-Aussehen leichter fiel. „That’s annoying“ hat Jan irgendwann angefangen in solchen Situationen zu murmeln, das wurde im Verlauf der Reise (die Situationen sollten sich häufen) sowas wie sein markiger Oneliner.

Nach einer weiteren Weile gingen wir dann aus Verzweiflung an die nächste Ampel, um die Leute während der Rot-Phase persönlich anzusprechen. Dann fällt es Autofahrern meistens weniger leicht Tramper zu ignorieren.
Wenn man nur am Straßenrand steht gucken die wahlweise einfach konzentriert geradeaus, oder geben einem, mit einem aufrichtigen bedauerndem Lächeln, Handzeichen die andeuten, dass sie in die falsche Richtung fahren. Dabei spielt es oft keine Rolle in welche Richtung gezeigt wird, viele zeigen in Richtungen in die es gar keine Abzweigungen gibt (Stichwort „Halle“ – das Mekka der Nicht-Lifts), einige auch gerne mal nach oben und besonders Pfiffige in die Richtung in die wir müssen. Es scheint ihnen hauptsächlich darum zu gehen ehrliches Bedauern zum Ausdruck zu bringen, indem man den unglücklichen Trampern mitleidige und vermeintlich aufbauende Blicke zuwirft. Die Gesten sind nur Beigabe. Jedenfalls hat man nach zwei Stunden herumstehen irgendwie genug von dieser Art Höflichkeit.

Also stellten wir uns an die Ampel. Nach einer Weile (hat lange gedauert usw.) nahm uns schließlich eine Frau mit. Mann, was waren wir froh. Am nächsten Ortsschild merkte sie jedoch, dass sie ja doch in die andere Richtung musste. „Wir fahren Richtung Norden? Huch, na so was. Ich muss nach Süden tut mir echt Leid Jungs.“ Und so fuhr sie uns zurück in „die Stadt“. Mann, was waren wir geknickt. Wie um uns weiter zu zermürben. Wäre die Frau nicht so nett gewesen, wäre ich davon ausgegangen dass sie sich danach auf den Weg nach Halle gemacht hat um sich von ihren Nicht-Lift-Kollegen feiern zu lassen. „Und dann am nächsten Ortsschild bin ich einfach umgedreht!“.

Danach hat es aber nicht lange gedauert und wir wurden von einem hippen Pärchen mitgenommen. Die haben sich ein bisschen verfahren und uns dann irgendwo an „einem Ort“ rausgelassen. Im „Ort“ haben wir dann die Regionalbahn in „die Kleinstadt“, und von dort den Bus zum Flughafen genommen.

Eingecheckt etc. gewartet, geflogen, gegen 23 Uhr am Dublin Airport angekommen. Am Dublin Airport haben wir dann die letzten Plätze im letzten Bus in die Stadt gekriegt(!). In Dublin waren wir dann leider ein bisschen planlos.
Wir wollten in irgendeinen ruhigen Park um da zu schlafen aber die Parks waren alle geschlossen! Geschlossene Parks, so was absurdes. Also sind wir total übermüdet durch die Stadt geirrt, einfach nur auf der Suche nach einem ruhigen Fleck. Aber so was gab’s da irgendwie nicht. In irgendeiner kleineren Straße haben wir uns dann vor einer Baustelle niedergelassen. Isomatten ausgebreitet, hingelegt und beinahe eingeschlafen als es zu regnen anfängt. Weit und breit kein Regenschutz außer ein paar Bäumen am Bürgersteig. Wir haben uns also unter einen Baum gelegt und einen Regenschirm über unseren Köpfen aufgespannt.

Das war wirklich eine verflucht Kalte Nacht. Ich hatte vorher noch nie einfach nur in Kleidung im Freien geschlafen, war echt kalt.
Kalte Nacht.

Tagebuch einer Reise nach Irland - Tag 1

Tag 1

Wir wachen auf und erleben den ersten Rückschlag der Reise: Wecker falsch gestellt. Wir müssen sofort los um unseren Bus zu kriegen, keine Zeit für Frühstück, keine Zeit die fehlenden Heringe aus dem Keller zu holen. Wir joggen mit den Rucksäcken zur Haltestelle und…… kriegen den Bus! So ein Glück!
Auch während der restlichen Reise haben sich kleinere Katastrophen immer mit tollen günstigen Fügungen die Wage gehalten.
Jedenfalls sind wir dann per Regionalbahn etc. an den Stadtrand von Berlin an eine Tankstelle bei einer Autobahn gefahren. Ich erinnere mich grade an eine Unterhaltung mit Jan auf dem Weg dahin.
Jan erzählte mir von seinen Trampversuchen in Schweden und dass er dort von einem Schweden einen riesigen Korb bekommen hätte. Ich war beeindruckt und hab ihn gefragt ob das in Schweden eine Art traditionelles Geschenk sei. Erst als er anfing zu lachen hab ich kapiert welche Art Korb gemeint war.

An der Tankstelle hat uns gleich die erste Frau die wir angesprochen haben mitgenommen. Da waren wir wirklich froh, schließlich hatten wir Zeit vom Morgen wieder gutzumachen. Doch sobald wir im Auto saßen fragte uns die Frau, wie viel Geld wie ihr denn zahlen würden. Jan könnte das jetzt viel besser ausführen, jedenfalls sollte Geld beim Trampen keine Rolle spielen. Es geht vielmehr um Zwischenmenschlichkeit – Unterhaltung & Gesellschaft im Austausch für einen Lift. Als Jan ihr das erklärte, drohte uns die Frau damit uns gleich wieder rauszuschmeißen, also verwickelten wir sie verzweifelt in eine Unterhaltung und das klappte ganz gut. Es stellte sich heraus das sie Medienwissenschaft oder so studierte und später mal beim Fernsehen „im Hintergrund die Fäden ziehen“ wollte, weil es sie so faszinierte wie man Menschen durch die Medien manipulieren kann (…).

Ich glaube an dieser Stelle sollte ich verraten wohin wir eigentlich getrampt sind. Nach Frankfurt nämlich. Das Ding war, dass ein Ryanair-Flug vom Frankfurter Flughafen nach Dublin nur 1 Cent kostete (ohne Steuern etc.) und in Berlin so an die 60 Euro. Damit war klar was Sache war.

Unser nächster Lift war ein sehr stiller Mann. Danach standen wir lange an einer Tankstelle & bekamen keinen Lift. Und dann, als wir schon etwas genervt waren von all den Leuten die leider nach „Halle“ fuhren obwohl das in die andere Richtung lag, sprach uns (!) ein ziemlich cooler Pole an der uns anbot in seinem Van mitzufahren.
Der coole Pole hatte ein Zelt hinten im Van (ein richtig riesiges) auf dem wir es uns gemütlich machen konnten, das war ziemlich entspannt.

Nächster Lift war ein Typ mit Glatze, der brachte uns an irgendeinen größeren Ort dessen Namen ich vergessen hab, aber ich weiß noch dass die da ziemlich uriges Bier gebraut haben.










Und da sind wir dann in die Regionalbahn eingestiegen, ohne Fahrkarte! Ich habe schlechte Erfahrungen mit Schwarzfahren gemacht, aber Jan hatte diese wirksame Überzeugungsmethode gespartes Geld in Essen umzurechnen „Stell dir vor: Joghurt so viel wir essen können!“.

Als Tarnung haben wir uns an den Kartenautomaten gestellt, bereit jedem Schaffner zu erzählen wir wären aus Brandenburg gewöhnt dass man sich die Karten in der Bahn kaufen könne. Wir wurden aber nicht kontrolliert.

Die Nacht wollten wir bei Bekannten von Jan in einem kleinen Dorf ca. 20 km westlich des Flughafens verbringen. Die waren ganz Nett. Aber ein bisschen schräg. Da war eine seltsame Figur im Gästezimmer, man hatte im Bett ständig das Gefühl da steht einer.


Donnerstag, 30. August 2007

Tagebuch einer Reise nach Irland - Prolog & Tag 0

Prolog:

Nachdem wir uns an einem sonnigen Nachmittag im Park gut unterhalten und ein wenig näher kennen gelernt hatten, haben Jan (der Freund einer guten Freundin) und ich (Kai) beschlossen zusammen eine Hitchhiking-Tour durch Irland zu machen. Die Gundidee war, alles so sparsam wie möglich zu gestalten (wir wollten an allem außer am Essen sparen), die Plätze in Irland zu besuchen die Jan noch nicht kannte, Touristenorte zu meiden, eine Gitarre mitzunehmen, sich hauptsächlich durch Trampen fortzubewegen, Couchsurfing auszuprobieren (siehe: Couchsurfing.com) und die Nächte unter einem Tarp zu verbringen. Das waren so die Sieben Grundpfeiler unseres Urlaubs, der Rest sollte sich möglichst spontan ergeben. Dass das ganze gut funktioniert hat, hat viel mit Glück zu tun denke ich. Zum Beispiel konnten wir nur eine Gitarre mitnehmen weil ich einige Tage vor der Abfahrt eine winzige Reisegitarre in einem Laden entdeckt habe, die wir mitnehmen konnten ohne draufzuzahlen! Und dann habe ich (ebenfalls einige Tage vor der Abfahrt) ein leichtes Eine-Person-Zelt von einer netten Bekannten (danke Renate!) ausgeliehen bekommen, das mir im Endeffekt einiges an unangenehmen Dingen erspart hat von denen ich erst später berichte.

Seid gespannt!

Tag 0

Der erste Tag vor der Abfahrt und ich fing endlich an zu Packen. Ich hasse Hektik, aber meistens bin ich einfach zu faul um sie zu vermeiden. In meinem Rucksack: Wäsche, Taschenlampe, Kekse, Nüsse, Buch (Terry Pratchett) & vieles mehr. Die Kekse & Nüsse sollte ich später ganz allein essen, da Jan so was nich mag. Jan hat eine gesunde & beneidenswerte Abneigung gegen alle möglichen süßen Sachen (Kuchen, Eiscreme, Chips), gleicht das aber durch ein enormes Fettbedürfnis aus. Nicht selten fluchte er laut, beim Anblick von Fettreduziertem Joghurt oder Margarine im Supermarkt.

Irgendwann kam Jan bei mir vorbei und ich fragte ihn ob es in seinen Augen Sinn mache dieses nette Ein-Personen-Zelt mitzunehmen (ich zeigte es ihm), woraufhin wir beschlossen es sicherheitshalber einfach mal einzupacken. Daraufhin gingen wir zu Jan nach Hause um dort zu übernachten und am nächsten Morgen um 6 aufzubrechen. Bei Jan (riesige Wohnung…) kümmerten wir uns um das Tarp. Ähnlich wie ich mit dem Rucksack hatte Jan mit dem Nähen des Tarps bis zuletzt gewartet.

Für ‚Menschen’ die nicht wissen was ein Tarp ist:

Ein Tarp ist eine Plane aus möglichst leichtem wasserdichtem Material, die man je nach Windlage und Größe hoffentlich herumliegender Stöcker über einen Schlafplatz spannt.

Ich war besonders erleichtert das Eine-Person-Zelt dabei zu haben, als Jan mir gestand dass er den Tarp Boden zu kaufen vergessen hatte. Ab da war relativ klar das ich im Zelt übernachten würde & Jan unter dem Tarp. Jan hätte auch ein Zelt mitnehmen können, doch er hatte das Tarp gewählt.

Nachdem wir das Teil also fertig genäht und es im Hof ausprobiert hatten, haben wir uns noch um die Couchsurfing-Geschichte gekümmert. Alles was wir wussten war: wir wollten eine Nacht in Cork verbringen. Ein Typ namens Darragh (wird „Darrá“ ausgesprochen) hatte geantwortet und fragte uns per Email wann wir ungefähr in Cork sein würden.

Zu Jan’s Verteidigung muss ich sagen dass es schon recht spät war und so, jedenfalls schrieb er als Antwort: „I hope that I will do it on day Cork.“

Ich konnte mich nicht mehr einkriegen. Ich schieb’s ein wenig auf die Müdigkeit, obwohl ich jetzt noch Lachen muss wenn ich das lese. Ich glaube es ist die Kombination mehrerer banaler Fehler die diesen Satz für mich so witzig macht und dann noch der Gedanke daran was Darragh gedacht hätte wenn er diese Antwort gelesen hätte… Als wir uns wieder gefangen hatten haben wir das natürlich korrigiert abgeschickt.

 

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